Familien-Urlaub in Land Kamerun

Januar 27, 2010 in Familien & Juniorclub, Feriendorf von Trixi

Familien-Urlaub in Land Kamerun

Familienurlaub im Land Kamerun

Familienurlaub im Land Kamerun

Dieser Urlaub war ein Versuch: Meine Freundin Sonja, mein Mann Jörg, unsere Kinder Nikolaus, 9, und Alexa, 6, und ich wollten gemeinsam eine Woche Ferien machen. Geplant war eine Mischung aus Erholungs-, Sport-, Kultur- und Wellness-Urlaub. Jeder sollte seinen Vorlieben nachgehen können, und doch sollten alle zusammen ge­meinsam Ferien machen. – Ob das gut gehen würde? Mit anderen so genannten Mischangeboten wa­ren wir schon öfter auf die Nase gefallen, und der „gemeinsame“ Urlaub geriet zum Fiasko.

Hier nun ein paar „Urlaubssplitter“:

Erster Tag:

Wir sind im Land Kamerun, einem abgeschiedenen Naturparadies im Osten Niedersachsens wo sich Lüneburger Heide, Elbtalaue und Wendland treffen. Gebannt lassen wir die ungewohnte Ruhe und Einsamkeit unseres Urlaubsortes auf uns wirken. Diese Stille! Keine Autos, keine Menschen, kein Großstadtlärm – dafür Vogelgezwitscher und dieser Ausblick auf Felder und Wälder, so weit das Auge blicken kann.

Beim Glas Wein auf unserer Terrasse genießen wir unseren ersten Urlaubsabend, nachdem die Kinder schon früh müde getobt ins Bett gegangen sind (schon das ist ein Geschenk…).

Die Begrüßung am Abend verlief jedenfalls schon mal ansprechend: Erwachsene und Kinder wurden gemeinsam begrüßt, die wichtigsten Sachen erklärt und alle Ansprechpartner für die verschiedenen Aktivitäten persönlich vorgestellt. Es gibt ja wahnsinnig viel Programm hier. Sonja und mir war sofort klar: Wellness-Farm und Massagen müssen wir machen.

Die Kinder haben ihre eigenen Programme, die Erwachsenen ebenso. Jeder so wie er will. Jörg und ich atmeten auf: Der Urlaub schien gesichert. Und: Unsere Kinder waren begeistert, eine große Hürde genommen.

Zweiter Tag:

Morgens frühstücken wir in Ruhe, also die Erwachsenen, die Kinder mussten dringend zum Fußball oder Reiten. Neugierig wie wir waren, haben wir natürlich geluschert, wer da was macht: Jörg ging zu Niko, ich zu Alexa. Sonja schnappte sich derweil ihren Krimi und zog ab in die Saunalandschaft.

Mittags sahen wir uns wieder. Unsere Kinder hatten nicht viel Zeit für uns, hatten sie doch neue Freunde und anschließend Training. Beim Kaffee waren die Großen wieder unter sich, und wir konn­ten wunderbar über Gott und die Welt reden. Jedenfalls bis Jörg zur Ponycarting-Schnupperstunde rennen musste – er hatte sich verquatscht. Ich ging genüsslich mit Sonja hinterher. Musste doch mal sehen, wie sich mein Jörg, der Pferde nur von weitem kennt, beim Kutsche fahren anstellt. – Als wir ankamen, saß Jörg bereits das erste Mal auf dem Wagen und fuhr. Ute ging nebenher. – Ich konnte es nicht glauben. Sein Blick sagte mir alles: Jetzt hatte es endlich auch ihn erwischt, das Pferdefieber.

Ernst erzählte Jörg mir abends, dass er das Fahren jetzt vernünftig lernen möchte, und dass er – mein Einverständnis natürlich vorausgesetzt – den Kurs besuchen wolle. Ich sagte gerne ja. Der Urlaub entwickelte sich himmlisch.

Dritter Tag:

Wir schaffen Urlaubsroutine: Kinder schnell, Erwachsene in Ruhe frühstücken. Alle zu ihren Veran­staltungen. Ich probiere mit Sonja die Saunalandschaft aus, von der sie so geschwärmt hat. Ich genieße es, alle meine Lieben gut versorgt zu wissen, ein gepflegtes Gespräch unter Freundinnen führen zu können und entspanne, entspanne, entspanne. Sonja und ich machen gleich ein paar Termine für Well­nessbehandlungen und Massagen fest.

Nachmittags wandern wir beide mit Ute, die auch zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin für die Region ist, und anderen Gästen „rund um Kamerun“. Auf dieser Wanderung gibt es alle möglichen und unmöglichen Informationen zur Entstehung dieser Landschaft und des Ortes Kamerun. Wir hatten viel Spaß und mehr Muskelkater vom Lachen als vom Laufen.

Vierter Tag:

Jörg hat Muskelkater in seiner linken Hand. Komme vom Fahren, sagt er, er müsse schließlich kom­plizierte Griffe üben. Das sei nicht so einfach. Er trifft sich jetzt auch nach dem Fahren zum Erfahrungsaustausch mit seinen Mitstreitern.

Sonja und eine Dame, die sie in der Sauna kennen gelernt hat, haben sich für heute Fahrräder geliehen und möchten eine Fahrradtour „durch Marsch und Geest“ machen. Die Strecke haben sie sich von Ute empfehlen lassen. Mit einem Rucksack voller Picknick und einer Karte ziehen sie los.

Ich werde heute zum ersten Mal seit 16 Jahren wieder reiten. Ich bin ganz aufgeregt. Schon lange habe ich mir gewünscht, wieder wie früher auszureiten. Nicht schnell, aber überhaupt mal wieder auf dem Pferd und draußen. Als ich zum Stall komme, treffe ich einige aus der Sauna wieder. Es sind meistens „Wiedereinsteiger“ wie ich oder Anfänger. Gemeinsames Schicksal verbindet, und so können wir alle mutig dem Ausritt entgegen sehen. Ich bekomme Dschingis Khan, eine der Lebensversicherungen des Hofes, wie mir Ute, die den Ausritt anführt, versichert. Mit nun doch etwas mulmigem Gefühl steige ich auf. Ein Blick in die Runde: Es geht allen so. Bis Ute uns anspricht, dass wir uns melden sol­len, wenn wir uns unsicher fühlen, dass wir aufeinander Rücksicht nehmen und dass keiner schief angesehen wird, wenn er Angst hat. Etwas erleichtert reiten wir los. Und es wird ein Ritt, wie ich ihn erträumt habe! Es geht stille Wege bergauf und bergab, die ich nie als solche erkannt, mit Ausblicken, die ich hier nicht erwartet hätte. Rehe kreuzen unseren Weg. – Alle sind still vor so viel Natur, und genießen die Harmonie mit ihren Pferden. Es ist so unbeschreiblich schön! Erst kurz vor Kamerun fangen wir wieder an zu reden, aber dann alle durcheinander und voller Begeisterung.

Fünfter Tag:

Die Kinder sind freiwillig früh aufgestanden und schnell los. Sie sind begeistert von ihren Ferien und neuen Freunden. Niko will jetzt Fußballtrainer werden – wie Christoph.

Heute habe ich Muskelkater. Ich werde heute einfach noch mal reiten.

Sonja war nach ihrer Tour gestern früh im Bett. Ausgepowert. Sie hat sich überlegt, dass sie und ihre Begleiterin von gestern mit dem Fahrrad nach Lübeln fahren, dort übernachten und morgen wieder zurück radeln könnten. Ute hätte da so eine Tour ausgearbeitet. Langsam wird mir Sonja unheimlich – so viel Aktivität kenne ich sonst gar nicht von ihr. Wir verabreden uns also für morgen Abend zum Thai-Abend im Farmhaus, und dann fahren die beiden los.

Jörg und ich genießen einen gemeinsamen Vormittag ganz für uns allein. Er schwärmt mir von Lesley vor, wie schön sie läuft, aufmerksam blickt und neckisch die Augen dreht. Mir wird schon ganz an­ders, bis ich verstehe, dass er – ein erwachsener Mann – von seinem Fahrpony erzählt! Im Gegenzug muss er sich Lobeslieder über Dschingis Khan und Carina anhören. Es wird ein harmonischer Tag.

Sechster Tag:

Heute habe ich mir Großes vorgenommen: Ich möchte an die Elbe reiten. Etwas stolz war ich schon, als Ute mir sagte, dass ich zwar einen fürchterlichen Muskelkater bekom­men würde, aber sicher genug reiten könne, um das zu wagen. Jörg übernimmt die Kinder, und so kann ich los. Der Ritt ist schon was Besonderes: Wir reiten durch Dörfer, durch tiefen Wald (dass Ute diese Wege immer findet…) und zu einem Aussichtspunkt, der mir den Atem verschlägt! Nach einem kräftigen Marsch bergauf – ja, Pferde führen – liegt uns plötzlich das gesamte Elbetal zu Füßen. Es ist eine atemberaubende Aussicht. Nach einem Picknick dort geht es dann an der Elbe entlang und später durch hügeliges Land und Wald an einem Hünengrab vorbei zurück. Den ganzen Tag sind wir geritten, und ich bin abends erschöpft, aber glücklich.

Beim Thai-Abend sehen wir Sonja wieder. Sie strahlt und stellt uns ihre Touren-Begleiterin vor. Beide sprudeln über von ihren Erlebnissen während ihrer „Wilden-Wendland-Tour“, wie sie sie nennen. Erzählen von Rundlingsdörfern, in denen wunderschön restaurierte alte Fachwerkhäuser um einen Platz herum stehen, von Kranichen, an denen sie nur ein paar Meter entfernt vorbei geradelt seien. Kraniche kenne ich nur aus Büchern. Vor lauter Erzählen kommen wir gar nicht zum Genießen dieser erlesenen handgemachten Spezialitäten aus Thailand, wegen der wir eigentlich hier sind. Wir plaudern angeregt bis Mitternacht.

Siebter Tag:

Unser letzter Tag in Kamerun, Wehmut macht sich breit. Die Kinder sind hektisch und tauschen Tele­fonnummern und E-Mail-Adressen aus. Alexa muss sich mit Bergen von Leckerlis von jedem Pony einzeln, besonders aber von Sternchen, verabschieden. Auch Niko blickt verdächtig feucht. Verab­schiedet man sich auch von Fußbällen?

Jörg macht heute seine Abschlussfahrt beim Ponycarting. Zum ersten Mal alleine im Gelände fahren – nach allen Regeln der Kunst. Ich bin stolz auf ihn.

Sonja, Jörg und ich genießen zum Abschluss einen Wellnesstag: Ich gönne mir die Reiter-Massage von Frau Stehr (als gestandene Reiterin…), Jörg die Rücken- und Sonja die Heidekräuter-Massage. Wir sind alle begeistert. Weiter geht´s mit Pedi- und Maniküre sowie Aromatherapie und Schminktipps. Das volle Programm. – Herrlich.

Am Nachmittag treffen Jörg und ich uns im Dorf-Laden beim Leckerli-Kauf: Er für Lesley, ich für Dschin­gis und Carina. Gemeinsam gehen wir Pferde und Pony verabschieden.

Abends ist Lagerfeuer für alle. Wir blicken zurück auf eine vollgepackte Woche, in der wir viel gesehen und erlebt haben. Jeder hatte seinen, wir hatten gemeinsamen Urlaub, alle sind wir wieder zusammengerückt. Dieser Urlaub wird in unseren Herzen bleiben. Danke.

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