Fliegende Schafe im Wendland

22. März 2010 in Lokales, Radfahren, Wandern, Wanderreiten

Stundenlang waren wir durch das “wilde Wendland” geritten, ohne eine Menschenseele, sogar, ohne ein Auto zu sehen. Einsamkeit pur in Wäldern, auf Äckern und sogar in den durchquerten Ortschaften. Das Vieh war auch noch nicht auf den Weiden, und so fühlten wir uns doch sehr verlassen auf dieser Tour. Das ging so, bis wir auf der Höhe von Marlin plötzlich weit voraus Tiere auf der Weide sahen. Kühe? Nein, Schafe lautete die Hypothese, denn so richtig konnte keine von uns erkennen, was es war. Und ich mit meinen Augen schon gar nicht.
Ich schaute nochmal hin. Und plötzlich schlug eines der Schafe mit Flügeln, bäumte sich auf, um sofort wieder in der Masse zu verschwinden. Überrascht verkündete ich meine Beobachtung, und mit scharfen Blicken beäugten wir die Szenerie: Sämtliche Schafe standen großräumig verteilt auf dem Grün - aus der Entfernung unbeweglich. Noch längeres Hinsehen veränderte die Situation auch nicht, und so näherten wir uns der vermeintlichen Weide mit großer Vorsicht…
Bis dann schlagartig – wir waren auf etwa 300 Meter herangekommen – sich sämtliche Schafe in die Lüfte erhoben. Unsere Schafe waren in Wirklichkeit Kraniche, ungefähr 60 oder noch mehr. Und es war überwältigend, sie alle im Schwarm fliegen zu sehen, auf ihrer Reise zu den Sommerplätzen. Ein großartiges Naturschauspiel, das ich dort nicht erwartet hatte.
Ganz für mich entschuldigte ich mich jedoch bei den Kranichen für diese Störung ihrer Rast auf dem langen Weg, bedeuten die Flugstarts doch einen enormen Kraftverbrauch für die ziehenden Vögel. Kraft, die sie besser zum Überleben nutzen können.

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2 responses to Fliegende Schafe im Wendland

  1. Ja das ist ein schönes Erlebnis. Ich weiß nicht wo du genau die Kraniche gesehen hast. Ich hatte letztes Jahr das Vergnügen an der Jetzel von Dannenberg Richtung Lüchow. Es war das erstemal in meinem Leben, dass ich Kraniche live gesehen habe und sie haben mich spontan an Karneval in Venedig erinnert – es war ein super Tag.

  2. Ja, dieser Anblick hat mich sehr berührt. Der Ort des Geschehens war südlich von Marlin auf einer gedchten Linie zwischen Zebelin und Nienhof, noch etwas südlich davon. Dort hatte ich nicht mit Kranichen gerechnet!
    Im Bruchwald bei Göttien (Richtung Lüchow ´raus, zwischen Göttien und Reitze) brütet jedes Jahr ein Kranichpaar. Und dort stehen die beiden oft auf den Wiesen – später im Jahr mitsamt Nachwuchs. Eigentlich d i e Attraktion meines Lübeln-Rittes, aber gegen einen Schwarm von Kranichen kommen die zwei natürlich nicht an. Außerdem ließen sich diese Herrschaften sowieso nicht blicken. Waren wohl noch nicht wieder eingezogen …

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