Hund im Bett

November 16, 2012 in Hundeschule von Juliane Raab

Es ist soooo kuschelig… oder was hat der Hund eigentlich im Bett verloren?

Immer wieder gibt es Diskussionen darüber, ob Hunde mit im Bett schlafen dürfen oder nicht? Zunächst einmal ist es jedem selbst überlassen, wie er das Leben mit seinem Hund gestaltet und deshalb kann auch jeder Hundehalter für sich entscheiden, ob er seinen Vierbeiner mit ins Bett, auf den Schoß oder auf die Couch nimmt.

Wie sieht es aber nun aus “hundefachmännischer” Sicht aus? Ja oder Nein? Meine Meinung zu diesem Thema ist, dass Hunde dieses “oberste Privileg” nur erhalten sollten, wenn sie abslout gut gehorchen und sich in nahezu jeder Situation gut kontrollieren lassen. Die Erfahrung zeigt nämlich leider genau die gegenteilige Situation: Wenn ich mich in meiner Hundeschule umhöre, dann dürfen eigentlich fast immer die Hunde auf Bett oder Sofa schlafen, die ihre Besitzer nicht sonderlich ernst nehmen und auch nicht gerade perfekt im Gehorsam stehen!

Warum ist das so? Viele Hundehalter sehen ihr Tier als vollwertiges Familienmitglied an und sprechen ihm daher auch eine vollwertige Teilnahme am Familienleben zu. Aus Hundesicht heißt das also: “Ich bin hier gleichgestellt und habe mein Frauchen gut im Griff!” Denn ein Hund “rechnet” ein bisschen in Resourcen. Wer hat den tollsten Schlafplatz? – Derjenige ist wichtig! Wer darf auf Herrchens Schoß herumtrampeln? – Derjenige ist wichtig! Wer rast als erstes zur Tür, wenn es klingelt? – Derjenige ist wichtig! Wer läuft beim “Gassi” voraus? – Derjenige ist wichtig!

Vielleicht bekommt ihr jetzt eine Ahnung, warum euer Hund eine andere Einschätzung von seiner Position hat als ihr. Er hat einfach zu viele Rechte und nimmt daher an, dass er so wichtig ist, dass ihm eine “Führungspostion” in eurer Familie zusteht!  Daher gilt: Hunde brauchen klare Grenzen und auch Tabus!

Welpen und Junghunde haben daher meiner Meinung nach, nichts aber auch gar nichts, auf Bett oder Couch zu suchen. Ebenfalls keine Hunde, die sehr unsicher sind und daher unerwünschtes Verhalten zeigen, wie z.B. Agressionen gegenüber anderen Hunden oder Menschen. Ist der Hund jedoch mit ein bis zwei Jahren sehr souverän, duldet sämtliche Grenzen ist auch draußen gut kontrollierbar, begrüßt niemals zuerst eure Besucher und lässt sich stets gut abrufen, spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, mal ein wenig mit dem Hund auf der Couch zu kuscheln.

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