Mimmo, Marder und die Leiter
13. Oktober 2010 in Lokales
Ich bin ja ein wilder starker Hase mit dem Kampfnamen „Mimmo der Feldhase“. Es ist selbstverständlich für mich, dass ich in der Nacht draußen in der Wildnis bin. Ich bin schließlich ein knallharter Feldhase und nicht irgendsoein Weichei-Kaninchen.
Naja, um ehrlich zu sein stimmt das nur bedingt. Wenn da nicht immer diese komischen Geräusche wären. Also ein bisschen unheimlich ist es schon in meiner Wildniss. Und wenn morgens um 6 die Terrassentür aufgeht, lasse ich mich auch nicht lange bitte und trete hinein in die warme Stube von meinen Menschen.
Eines Nachts kam eines von diesen unheimlichen Geräuschen aus den Nächten zuvor immer näher und näher. Und dann dieser Gestank. Es zog ein Gestank auf, der nicht zu ertragen war.
Ich dukte mich ganz tief in meine Mulde und wartete ab.
Es war spätabends und die Menschen waren gerade dabei für Anneke den Geburtstagstisch zu decken.
Und dann, ohne jede Vorwarnung hat mich etwas in mein Bein gebissen. Ich sprang auf wie der Blitz und schoß weg. Dieses stinkende Etwas war mir aber immer noch auf dem Fersen. Ich lief und lief. Mal wurde der Abstand größer und mal wurde der Abstand kleiner. So ging das Stund um Stund und ich war mit meinen Kräften fast am Ende. Durch dass große Fenster sah ich wie meine Menschen langsam wach wurden. Ja hörten die mich denn nicht? Zum Glück war heute Annekes Geburtstag. An den Geburtstagen stehen meine Menschen immer viel früher auf. Das könnte meine Rettung sein. Ich verharrte nur einen kurzen Augenblick und sah wie die Geburtstagskerzen angezündet wurden. Doch zu spät!!! Der nächtliche Angreifer saß mir auf dem Rücken und biss sich in meinem Fell fest. Zum Glück war ich gerade im Fellwechsel und so konnte ich mich mit einem letzten Aufbäumen befreien und lief zur großen Terrassentür. Wie durch ein Wunder ging genau in dem Moment die Tür auf und ich flog in einem weiten Satz durch die Tür in die Wohung. Der Sprung war so groß, dass ich noch über den Wohnzimmertisch hinwegflog und dabei den Kerzenständer umgerissen habe.
Meine Menschen waren ganz verdutzt und Helge schaute erstaunt zur Terrassentür. Als in diesem Moment ein Marder im Begriff war auch noch zur Terrassentür herreinzukommen sprang Helge wie von der Tarantel gestochen in Unterbux und einem Besen bewaffnet hinter dem Eindringling hinterher. Der Marder war natürlich schon über alle Berge.
Es ist ja nun mehr als verständlich, dass ich nach so einem einschneidenen Erlebnis nun im Dunkeln unmöglich rausgehen kann. Also ist für meine Menschen ab sofort wieder Schlafen und Wohnen bei offener Terrassentür angesagt.
Außerdem habe ich dafür gesorgt, dass für meinen stinkenden Verfolger eine Falle aufgebaut wird, damit meine Menschen diesen unfreundlichen Gesellen an einem anderen Ort wieder frei lassen können.
Und nun, kaum 1 ½ Wochen danach haben meine Menschen den Marder eingefangen. Das schönste dabei ist, dass Helge jetzt auch ganz viel Zeit hat für mich diesen Bericht zu schreiben. Beim Einfangen des Marders ist er nämlich von der Leiter gefallen und hat sich ein Bein gebrochen.
Soweit die Geschichte von Mimmo, Marder und der Leiter.
Euer
Mimmo der Feldhase








Caro sagte am 14. Oktober 2010
Schöner Text
knopf sagte am 14. Oktober 2010
Da ist Mimo ja gerade noch mal so entkommen. Heil dem Helden in Bux! Auf das beide bald wieder zusammen springen.
Anneke sagte am 14. Oktober 2010
SEHR schön,SEHR gut und SEHR nett geschrieben.
Kaja K sagte am 14. Oktober 2010
toll geschrieben !!:-)
Ute Grevé sagte am 16. Oktober 2010
Macht Spaß zu lesen!! – Toll geschrieben.
Gute Besserung dem heroischen Schreiber! Und dicke Nerven dem tapferen Mimmo!
Anna sagte am 16. Oktober 2010
Ach jetzt weißich auch wie es zu deinem Sturz kam. Gute Besserung und liebe Grüße an den Mimmo
Helene sagte am 20. Oktober 2010
Toller Bericht! Ich bin schockiert, wieso erzählt mir das keiner?
scholli sagte am 9. November 2010
köstliche Story..