Papier aus Pferdeäpfeln – Papiertechnologin stellt Papier aus Pferdemist her.

September 14, 2010 in Lokales, Pferdesport von Ute Grevé

Papier aus Pferdeäpfeln

Papier aus Pferdeäpfeln

Es hat mich wieder erwischt! Schlagartig aus meiner Routine raus gerissen. Es kribbelt wieder in den Fingern. – Und Schuld daran haben die Elefanten, nein, mehr mein Nachbar, der von diesen Elefanten erzählt hat, von den Elefanten, aus deren Sch …, ‘tschuldigung, Dung, richtiges Papier hergestellt wurde. Vielleicht ist der Verantwortliche aber doch eher Helge , dem eben dieser Nachbar auch von den Elefanten erzählt hatte, und der - ins selbe Horn stoßend wie dieser – der Meinung war: MIT PFERDEN GEHT DAS AUCH !?! Kann man aus Pferdeäpfeln Papier machen? – Einen Versuch sei das doch wert.

Und da kam dann ich ins Spiel. Papiernärrische Pferdefrau und pferdeverrückte Papiermacherin. Die Aufgabe hieß:  Aus Elefantendung lässt sich Papier machen. Funktioniert dies auch mit Pferdemist? Forschergelüste waren geweckt. Viele unbekannte Faktoren hieß es berücksichtigen: Wie weit sind Pflanzenteile, Stroh, Heu und Hafer, nach der Darmpassage zersetzt? Ist das Material kurz- oder längerfaserig? Muss es vorher aufgekocht werden? Ist es nötig, zusätzlich Struktur zu schaffen? Kriege ich den zukünftigen Papierbogen überhaupt heil abgegautscht, gepresst, getrocknet? Und, wichtig(st)e Frage: Wird´s eklig?

An einem Samstag Vormittag waren wir bereit zum Selbstversuch: Helge, Nachbar und ich.  Die Sonne schien, es war herrlich warm. So konnten wir unsere Versuchsreihe nach draußen an die frische Luft verlegen.

Beim ersten Versuch stellten wir den Stoff, aus dem das Papier werden sollte, aus dem reinen Rohstoff her. Bis auf das zugegebene Wasser sozusagen “Pferdeapfel pur”. Kurz gesagt: Dieser erste Anlauf war kein großer Erfolg. Das Papiervlies kam noch nicht einmal heil vom Sieb hinunter. – Nun war Intuition gefragt. – Für das zweite Mal mischten wir etwas Langfasern unter, schöpften, gautschten und: Es hielt! - Voller Spannung erschufen wir einen kleinen Stapel der unkonventionellen Papierrohbogen, bis wir endlich eine erste Pressung wagen konnten. Bannig viel Wasser troff aus unseren paar Bogen, aber das Papier blieb heil. Es ließ sich problemlos trocknen, und nun haben wir echtes “Kameruner Horsäppels-Büttenpapier”.

Und fürchterlich viel Ideen: Steigen wir in die Serienproduktion von biologisch-dynamischen Papiersorten ein? Erschafft jedes Ross eine eigene Papiersorte? – Papier aus dem Liebling, wäre das was? Macht mehr Hafer das Papier besser oder schlechter? Möglichkeiten gibt es viele …

Fest steht: Erstmal die Rezeptur verbessern und an der Stoffdichte arbeiten. Dann sehen wir weiter. Aber schon jetzt ist klar: ”Horsäppels-Büttenpapier aus Kamerun” – das bringt Spaß!

So’n Mist.

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